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Frist

Frist Bei Ordentlicher Kündigung Beim Ausbildungsabbruch 2025

Die ordentliche Kündigungsfrist bei einem Ausbildungsabbruch in Deutschland beträgt in der Probezeit zwei Wochen, außerhalb der Probezeit vier Wochen, wenn gekündigt wird, um eine andere Berufsausbildung aufzunehmen oder aufzugeben.

Kündigungsfrist in der Probezeit

Während der Probezeit kann ein Ausbildungsverhältnis im Rahmen eines Ausbildungsabbruchs jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist durch ordentliches Kündigungsschreiben beendet werden. Die Probezeit muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen. In diesem Zeitraum kann sowohl von Student als auch vom Ausbildungsbetrieb (Arbeitgeber) täglich gekündigt werden. Für beide Seiten gibt es keine Angabe eines Grundes. Der Begriff Ausbildungsabbruch wird dabei synonym zu Begriffen wie Ausbildungsunterbrechung oder Beendigung des Ausbildungsvertrages verwendet.

Kündigungsfrist nach der Probezeit

Nach Ablauf der Probezeit kann die gewöhnliche Beendigung eines Ausbildungsplatzes nur unter bestimmten Voraussetzungen erfolgen. Im deutschen Recht ist geregelt, dass der Student das Berufsausbildungsverhältnis mit einer Frist von vier Wochen ordentlich kündigen kann, wenn die Absicht besteht, die Berufsausbildung ganz aufzugeben oder eine Ausbildung in einem anderen Beruf zu beginnen. Diese vierwöchige Frist beginnt mit dem Zugang der Kündigung beim Ausbilder. Kündigungen, die nicht zur Aufgabe oder zum Wechsel der Ausbildung führen, sind ausgeschlossen. Die Ausbilderseite kann das Ausbildungsverhältnis nach der Probezeit in der Regel nur außerordentlich (fristlos) aus wichtigem Grund beenden.

Form der Kündigung

Eine ordentliche Kündigung im Zusammenhang mit dem Ausbildungsabbruch muss schriftlich erfolgen. Der Kündigungsgrund muss genannt werden, insbesondere wenn die Kündigung wegen Aufgabe oder Wechsel der Berufsausbildung erfolgt. Mündliche Mitteilungen oder Kündigungen per E-Mail gelten rechtlich nicht als wirksam. Bei Minderjährigen sind zusätzlich die gesetzlichen Vertreter (in der Regel die Eltern) verpflichtet, die Kündigung mit zu unterzeichnen.

Rechtliche Grundlagen der Fristen

Die maßgeblichen Bestimmungen finden sich in § 22 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG). Die Regelungen gelten für alle klassischen Ausbildungsberufe im dualen System. Für Studenten, die über eine Umschulungsmaßnahme oder berufliche Neuorientierung eine neue Ausbildung beginnen, gelten dieselben Fristen. Im Rahmen der Ausbildungsaufgabe ist darauf zu achten, dass eine fristgerechte Zustellung der Kündigung nachweisbar sein sollte (z.B. durch Einschreiben), um spätere rechtliche Streitigkeiten zu vermeiden.

Bedeutung der ordentlichen Kündigungsfrist für die weitere Karriere

Die Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist bei Ausbildungsabbruch ist aus arbeitsrechtlicher Sicht erforderlich, um Probleme bei zukünftigen Arbeitsverhältnissen oder bei der Aufnahme neuer Ausbildungen zu vermeiden. Ein gesetzeskonformer Ausbildungsabbruch beeinflusst spätere Bewerbungen oder die Ausstellung von Ausbildungszeugnissen. Wer eine neue Berufsausbildung direkt im Anschluss aufnehmen will, muss die vierwöchige Kündigungsfrist beachten, damit kein Zeitverlust entsteht und der Übergang nahtlos gestaltet werden kann.

Unterschied zur außerordentlichen Kündigung

Eine ordentliche Beendigung des Ausbildungsverhältnisses unterscheidet sich deutlich von einer außerordentlichen (fristlosen) Kündigung, die nur bei schwerwiegenden Gründen zulässig ist. Bei der fristgerechten Aufgabe der Ausbildung kann der Student ohne triftigen Grund kündigen, sofern die Absicht erklärt wird, ganz aus dem Ausbildungsbetrieb auszuscheiden oder einen anderen Ausbildungsweg einzuschlagen.

Aufgaben und Pflichten nach Kündigung

Nach Zustellung der Kündigung im Rahmen eines Ausbildungsabbruchs ist der Student verpflichtet, bis zum Ende der Kündigungsfrist die Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag weiter zu erfüllen, es sei denn, es wird eine sofortige Freistellung vereinbart. Anspruch auf Ausbildungsvergütung und eventuellen Resturlaub bleiben bestehen, bis das Ausbildungsverhältnis offiziell endet.

Pflichten des Ausbildungsbetriebs

Der Ausbildungsbetrieb muss nach Erhalt einer fristgerechten Kündigung durch den Studenten alle notwendigen administrativen Maßnahmen ordnungsgemäß durchführen. Die Erstellung eines schriftlichen Ausbildungszeugnisses gehört zu den wesentlichen Pflichten; dieses Zeugnis sollte neutral formuliert werden und darf dem zukünftigen beruflichen Werdegang des Studenten nicht schaden.

Sonderregelungen und Ausnahmen

Branchenspezifische Vereinbarungen, Tarifverträge oder besondere landesrechtliche Vorgaben können im Einzelfall von den gesetzlichen Mindestfristen abweichen. Daher ist es ratsam, vor Ausspruch der Kündigung stets den eigenen Ausbildungsvertrag und gegebenenfalls die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer zu Rate zu ziehen.

Zusammenfassung relevanter Fristen

Im deutschen Ausbildungssystem gilt zusammenfassend: Während der Probezeit kann das Ausbildungsverhältnis stets ohne Einhaltung einer Frist beendet werden, außerhalb der Probezeit beträgt die ordentliche Kündigungsfrist beim Ausbildungsabbruch grundsätzlich vier Wochen, sofern es sich um die vollständige Aufgabe oder einen Berufswechsel handelt. Die Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes sind zwingend einzuhalten.

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