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Mobbing

Mobbing Am Arbeitsplatz Als Grund Für Einen Ausbildungsabbruch 2025

Mobbing während der Lehre ist ein häufiger Grund für das vorzeitige Beenden einer beruflichen Qualifizierung in Deutschland; rechtliche Schritte, Beratungsangebote und Möglichkeiten zur Unterstützung stehen Betroffenen zur Verfügung.

Definition Mobbing am Arbeitsplatz

Mobbing am Arbeitsplatz beschreibt systematische Schikane, Ausgrenzung oder feindliche Handlungen durch Kollegen oder Vorgesetzte gegenüber einem Auszubildenden während der Lehrausbildung. Ziel dieser Handlungen ist häufig die Isolation, Demütigung oder das Erzwingen des Ausscheidens des Lehrlings. Häufig sind wiederholte Angriffe, Beleidigungen, soziale Ausgrenzung, ungerechtfertigte Kritik und gezieltes Erschweren der Arbeit. Ein solcher systematischer Psychoterror kann als direkter Grund für eine vorzeitige Beendigung des Ausbildungsverhältnisses (Lehrzeitabbruch) in der Berufsausbildung aufgeführt werden.

Rechtliche Grundlagen in Deutschland

Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) regelt in der Bundesrepublik Deutschland die grundlegenden Bedingungen für Ausbildungsverhältnisse. Bei Mobbing kann gemäß §22 BBiG das Ausbildungsverhältnis aus wichtigem Grund von Seiten des Auszubildenden gelöst werden. Ein nachhaltiger, schwerwiegender Verstoß gegen die Fürsorgepflicht des Ausbildungsbetriebs – wie bei psychischer Gewalt am Arbeitsplatz – stellt einen solchen wichtigen Grund dar. Dokumentation aller Vorfälle und rechtzeitiges Einschalten der Ausbildungsverantwortlichen sind im Kontext eines Ausbildungsabbruchs aufgrund von Benachteiligung im Betrieb unerlässlich. Ein Lehrling kann somit den Schritt des Ausbildungsabbruchs auf eine fundierte rechtliche Grundlage stellen.

Typische Mobbingformen während der Ausbildung

Zu den gängigen Formen der Schikane im Lehrbetrieb gehören das Verbreiten falscher Behauptungen, Isolation in Arbeitsgruppen, Abwertung der Leistung, Beleidigungen oder wiederholte, unbegründete Kritik. Weitere Erscheinungsformen sind gezielte Überforderung, Systematisches Ignorieren durch Kollegen sowie das Ausschließen von Arbeitsprozessen. Diese kränkenden Verhaltensweisen erschweren dem Lehrling die betriebliche Eingliederung und motivieren dem Einzelnen zum vorzeitigen Ausstieg aus der betrieblichen Qualifizierung. Die psychische Belastung durch kontinuierliche Schikane kann zu gesundheitlichen Problemen und Motivationsverlust führen.

Anzeichen und Folgen von Mobbing für Studenten

Für Studenten, die ihre berufliche Ausbildung absolvieren, zeigen sich Indizien für Arbeitsplatzschikanen meist in Form von erhöhter Fehlzeit, sinkender Motivation, psychosomatischen Beschwerden oder Leistungseinbruch. Häufig berichten Betroffene von Schlafstörungen, Angstzuständen oder depressiven Symptomen. Die unmittelbaren Folgen einer solchen Belastung können zum vollständigen Abbruch der Ausbildung führen. Langfristig besteht das Risiko von chronischer Krankheit, vermindertem Selbstwertgefühl und Zukunftsängsten. Die möglichst frühe Erkennung der Problematik ist essenziell, um Hilfsangebote einzuleiten und ernsthaften Schäden vorzubeugen.

Psychologische und soziale Auswirkungen

Die psychologischen Folgen eines arbeitsbezogenen Konflikts während der Lehre reichen von psychischer Erschöpfung, Selbstzweifeln, Angstzuständen bis zu depressiven Verstimmungen. Der soziale Rückzug, Entfremdung vom Team, Isolation in der Berufsschule und Verlust sozialer Bindungen sind weitere negative Effekte. Häufig beeinflusst Mobbing am Lehrplatz auch das private Umfeld und führt zu Konflikten mit der Familie und Freunden. Für Auszubildende in Deutschland ist der Wegfall stabiler sozialer Strukturen besonders schwerwiegend, da sie sich noch in einer Phase der Identitätsfindung und Persönlichkeitsentwicklung befinden.

Handlungsmöglichkeiten für betroffene Auszubildende

Bei systematischen Benachteiligungen oder Angriffen am Arbeitsplatz haben Auszubildende verschiedene Optionen. Das Gespräch suchen, entweder direkt mit den Tätern, oder – falls dies nicht möglich ist – mit einem Ausbilder, Betriebsrat oder Vertrauenslehrer. Das Führen eines Mobbingtagebuchs zum Festhalten aller Vorfälle steigert die Beweisfähigkeit gegenüber der Kammer oder gerichtlichen Instanzen. Auf Wunsch unterstützen Jugend- und Auszubildendenvertretungen, Gewerkschaften sowie Beratungsstellen, beispielsweise die ‘Nummer gegen Kummer’ oder die Berufsberatung der Agentur für Arbeit. In einem akuten Konfliktfall ist auch ein Wechsel des Ausbildungsbetriebs innerhalb des bestehenden Lehrverhältnisses eine sinnvolle Option, bevor die komplette Beendigung angestrebt wird.

Formale Schritte beim Ausbildungsabbruch wegen Mobbing

Abhängig vom Grad des Konfliktes wird in Deutschland das Ausbildungsverhältnis aus wichtigem Grund per schriftlicher Kündigung beendet. Die schriftliche Begründung sollte das Erlebnis von unzumutbaren Bedingungen durch Schikanen explizit festhalten. Die Kündigung ist dem Ausbildungsbetrieb gegenüber auszusprechen, die Kammern (z. B. IHK, HWK) sind zu informieren. Ferner besteht die Möglichkeit, eine Beschwerde bei der zuständigen Aufsichtsbehörde für Berufsbildung, Antidiskriminierungsstellen oder dem Betriebsrat einzureichen. Rechtsschutzversicherungen und Gewerkschaften können bei der rechtssicheren Formulierung und Abwicklung helfen.

Unterstützungsangebote und externe Beratungsstellen

Für Auszubildende erleichtern spezialisierte Beratungsstellen, wie beispielsweise das Beratungszentrum Ausbildung & Beruf, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) oder die Jugendmigrationsdienste, den Zugang zu professioneller Hilfe in Fällen von psychosozialem Druck am Qualifizierungsplatz. Kostenlose anonyme Hotlines, Sozialpädagogen an Berufsschulen sowie Online-Beratungsangebote stehen zur Verfügung. Die Kooperation mit jugendlichen Interessenvertretungen der jeweiligen Kammer (zum Beispiel der IHK oder HWK) bietet konkrete Hilfestellung zum weiteren Vorgehen bei Ausbildungsplatzverlust durch Arbeitsplatzschikane. Darüber hinaus sind Bundesprogramme zur Prävention von Diskriminierung und Gewalt wichtige Anlaufpunkte für Betroffene.

Neustart nach dem Abbruch der Ausbildung

Ein Scheitern der betrieblichen Qualifikation durch Arbeitsplatzmobbing muss nicht das Ende des beruflichen Werdegangs bedeuten. Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt bei der Suche nach alternativen Ausbildungsstellen, bietet individuelle Beratung und Überbrückungshilfen an. Übergangsinstitutionen, wie Berufsvorbereitungsjahre oder Praktika, helfen beim Zeitraum zwischen Beendigung und dem Antritt eines neuen Abschlusspfads. Spezielle Programme für Aussteiger aus problematischen Lehrverhältnissen richten sich gezielt an Betroffene mit dem Ziel, den unmittelbaren beruflichen Wiedereinstieg nahtlos zu ermöglichen. Auf diese Weise kann ein bruchloses Fortsetzen der Bildungsbiografie trotz Mobbingerfahrungen gewährleistet werden.

Mobbing durch Kollegen

Mobbing durch Kollegen beim Ausbildungsabbruch ist in Deutschland ein verbreitetes Problem, das emotionale Belastung, Unsicherheit und psychosoziale Folgen für Studenten verursachen kann.

Mobbing durch Vorgesetzte

Ein Ausbildungsabbruch in Deutschland kann durch Mobbing von Seiten des Vorgesetzten ausgelöst werden. Die rechtlichen Möglichkeiten gegen Diskriminierung, die Pflichten des Ausbildungsbetriebs und die praktische Unterstützung für Studenten stehen dabei im Vordergrund.

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