in 🇩🇪 Deutschland

Nachholen

Schulabschluss Nachholen Nach Ausbildungsabbruch 2025

Nach einem abgebrochenen Ausbildungsweg ist es möglich, den Schulabschluss in Deutschland über verschiedene Nachholwege wie Abendschulen, Fernunterricht, Volkshochschulen oder berufsbegleitend zu erlangen.

Voraussetzungen für das Nachholen des Schulabschlusses

Voraussetzung für das Aufholen eines Bildungsabschlusses nach Abbruch einer Berufsausbildung ist in der Regel das Mindestalter von 16 Jahren, ein dauerhaftes Verlassen der allgemeinbildenden Schule sowie der nicht abgeschlossene Mittelschul-, Realschul- oder vergleichbare Abschluss. Betroffene müssen zudem ihren Wohnsitz in Deutschland nachweisen. Für Nicht-EU-Bürger gelten aufenthaltsrechtliche Bestimmungen. Je nach Art des gewählten Kurses, wie zum Beispiel Teilzeitunterricht oder Vollzeitunterricht, können weitere Aufnahmebedingungen bestehen. Ein vorheriger Ausbildungsabbruch darf keine dauerhafte Sperre nach sich ziehen.

Möglichkeiten des zweiten Bildungswegs

Ein mittlerer Bildungsabschluss lässt sich im Rahmen des sogenannten zweiten Bildungswegs nach Arbeitsvertragsauflösung durch Angebote wie Abendschule, Kollegs, VHS, Fernlehrgänge oder Dualprogramme nachholen. Insbesondere der Besuch eines Abendgymnasiums ermöglicht den Weg zum Abitur. Anwärter können sich in Tages- oder Abendkursen, mit Präsenzpflicht oder digitalem Unterricht, gezielt auf die Abschlussprüfungen vorbereiten. Viele dieser Bildungsangebote werden mit staatlichen Förderungen unterstützt. Ein alternativer Lernweg zum Schulabschluss ist die Externenprüfung nach § 43 Schulgesetz, bei der Kandidaten sich selbstständig auf die Prüfung vorbereiten und diese unabhängig von einem Lehrinstitut ablegen.

Formen des nachträglichen Abschlusses

Der Erwerb eines Hauptschulabschlusses oder einer Mittleren Reife nach vorzeitigem Ausbildungsende kann beispielsweise an Berufsschulen, Fachschulen, sogenannten Abendschulen oder via Fernkursen erfolgen. Bei Angeboten von Fernlern- oder Online-Bildungsdiensten gestaltet sich die Vorbereitung besonders flexibel. Wer bereits Berufserfahrung etwa durch eine abgebrochene Ausbildung gesammelt hat, kann je nach Bundesland eine Anrechnung auf den zu erwerbenden Bildungsabschluss erhalten. Die spezifischen Regelungen hierzu variieren zwischen den deutschen Bundesländern.

Anmeldeverfahren und Abläufe

Die Anmeldung an einer Institution zur Nachqualifizierung nach einem Ausbildungsabbruch erfolgt typischerweise zunächst online oder persönlich bei der Schule bzw. Fernschule. Benötigt werden offizieller Nachweis über den bisherigen Werdegang, in der Regel Zeugniskopien, sowie ein Nachweis über das deutsche Aufenthaltsrecht. Nach der Zulassung erfolgt häufig ein Beratungsgespräch zur Auswahl der geeigneten Schulform und des passenden Kursformats für das Erlangen des nachträglichen Bildungsabschlusses.

Finanzierung und Fördermöglichkeiten

Für das Nachholen eines Schulabschlusses nach Vertragsauflösung im Beruf stehen verschiedene staatliche und nichtstaatliche Förderprogramme bereit. Dazu gehören BAföG, Bildungsgutscheine vom Jobcenter, Begabtenförderungswerke und Stipendien, Zuschüsse durch die Bundesagentur für Arbeit sowie Landesprogramme. Teilnehmer müssen die persönlichen Voraussetzungen und Fristen prüfen. Bei Anbietern wie Fernschulen können auch eigene Finanzierungsmodelle genutzt werden.

Berufsperspektiven nach nachträglichem Abschluss

Ein nachgewiesener Bildungsabschluss, erworben nach Abbruch der Ausbildung, verbessert maßgeblich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Studenten mit abgeschlossenem allgemeinbildenden Schulabschluss können sich für qualifizierte Ausbildungsstellen, Weiterbildungsprogramme sowie das Fachabitur oder Hochschulstudium bewerben. Möglichkeiten zur beruflichen Neuorientierung und zum Erwerb höherer Schulabschlüsse bleiben weiterhin offen.

Regionale Unterschiede

Die Regelungen und Möglichkeiten beim Erwerb eines nachgeholten Schulabschlusses nach Ausbildungsabbruch sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Die Landesschulgesetze und Prüfungsordnungen regeln beispielsweise Zugangsvoraussetzungen, Gebührenfreiheit, Prüfungsinhalte, Prüfungsablauf und Anrechnung von bereits erworbenen Kompetenzen. Kandidaten sollten sich bei der zuständigen Schulbehörde informieren.

Fächer und Prüfungsinhalte

Die nachzuholenden Fächer und Prüfungsanforderungen richten sich nach dem angestrebten Abschluss. Für die Mittlere Reife sind typischerweise die Kernfächer Deutsch, Mathematik, Englisch plus ein oder zwei Wahlfächer prüfungsrelevant. Die Abschlussprüfung wird in schriftlicher und oft auch mündlicher Form abgenommen. In Vorbereitungskursen können Lücken gezielt geschlossen werden.

Dauer und Zeitmodelle

Die Dauer des Wegs zum später erworbenen Schulabschluss nach einer abgebrochenen Ausbildung variiert je nach Vorbildung und Intensität der Teilnahme. Kompakte Vollzeitkurse dauern oft ein Jahr, berufsbegleitende oder Teilzeitkurse zwei bis drei Jahre. Fernkurse sind flexibel und können an die persönliche Lebenssituation angepasst werden. Auch Teilnahmen mit Start zu mehreren Terminen im Jahr sind möglich.

Häufige Fehler und Herausforderungen

Zu den häufigsten Hindernissen beim Nachholen eines Abschlusses nach Ausbildungsabbruch zählen unklare Zuständigkeiten, fehlende Informationen und finanzielle Probleme. Wichtig ist eine gründliche Recherche zu passenden Nachqualifikationen und Fördermöglichkeiten, kontinuierliche Eigenmotivation, sowie die Nutzung von Beratungsangeboten der Agentur für Arbeit oder Jugendberufsagenturen.

Beratung und Unterstützung

Um sich optimal auf den nachträglichen Erwerb eines Bildungsabschlusses vorzubereiten, empfiehlt sich die Nutzung von Beratungsdiensten der Arbeitsagentur, Sozialarbeiter, Beratungsstellen oder Berufsorientierungszentren. Diese bieten neben Infos zu Wegen nach einem Ausbildungsabbruch auch Hilfe bei der Antragstellung und der Auswahl des geeigneten Schulmodells. Fachkräfte unterstützen durch Vermittlung zu passgenauen Programmen und Begleitung im Prozess.

How2Live prüft Einträge sorgfältig, haftet jedoch nicht.