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Zeugnis

Ausbildungszeugnis nach Ausbildungsabbruch 2025

Ein Ausbildungszeugnis nach vorzeitigem Ausbildungsende in Deutschland dokumentiert die bis zum Abbruch erworbenen Qualifikationen, Tätigkeitsbereiche und Beurteilungen des Studenten.

Rechtliche Grundlagen

Ein Zeugnis nach Abbruch der dualen Berufsausbildung in Deutschland ist nach § 16 Berufsbildungsgesetz (BBiG) verpflichtend auszustellen. Der Ausbildungsbetrieb muss dem Studenten bei vorzeitigem Ende der Lehre unverzüglich eine schriftliche Bescheinigung über Art, Dauer und erworbene Kenntnisse ausstellen. Dies gilt unabhängig vom Grund für die Beendigung, etwa bei Kündigung, einvernehmlicher Auflösung oder Nichtbestehen der Abschlussprüfung. Die Pflicht zur Ausstellung des Nachweises bleibt auch nach einem vorzeitigen Ausscheiden bestehen.

Form und Inhalt

Das Dokument nach Ausbildungsabbruch muss klar die ausgeübten Tätigkeitsbereiche, die Dauer der absolvierten Zeit und den Stand der erworbenen Qualifikationen wiedergeben. Zusätzlich sind Angaben zu besonderen Kenntnissen, Fähigkeiten oder Fertigkeiten zu machen, sofern der Student diese während der Lehrzeit demonstriert hat. Ein einfaches Zeugnis enthält lediglich Basisangaben, während das qualifizierte Ausbildungszeugnis nach Ausbildungsabbruch auch Bewertungen zur Leistung und zum Sozialverhalten aufführt. Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, das individuell auf den Studenten zugeschnitten ist, wird auf Wunsch ausgestellt.

Ausstellungspflicht und Fristen

Der Ausbildungsbetrieb muss das Ausbildungszeugnis zeitnah, in der Regel spätestens nach einigen Wochen, nach dem Ausbildungsabbruch erteilen. Wird das Dokument nicht freiwillig bereitgestellt, kann der Student dies beim Betrieb ausdrücklich anfordern. Verweigert der Arbeitgeber die Ausstellung, unterstützt die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer. Studierende sollten die gesetzlich geregelte Ausstellungspflicht beachten, um den Nachweis über die Ausbildungsabschnitte für einen sofortigen Einstieg ins Berufsleben verfügbar zu halten.

Bedeutung für den weiteren Werdegang

Ein Ausbildungszeugnis nach unterbrochener Berufsausbildung dient als offizieller Nachweis über die im Verlauf der Lehrzeit erworbenen Fähigkeiten. Es ist essenziell für Bewerbungen auf neue Ausbildungsplätze, für Zwischenlösungen als Hilfskraft oder Praktikum und für den Zugang zu bestimmten Berufen, bei denen eine teilweise abgeschlossene Ausbildung als Qualifikation gewertet wird. Das Zwischenzeugnis unterstützt den Studenten beim Umstieg in andere berufliche Laufbahnen oder beim späteren Wiedereinstieg in die Ausbildung.

Inhaltliche Unterschiede zu herkömmlichen Abschlusszeugnissen

Im Gegensatz zur regulären Ausbildungsbescheinigung nach bestandener Abschlussprüfung dokumentiert das Ausbildungszeugnis nach vorzeitigem Ausstieg lediglich die bis zum Abbruch erworbenen Kompetenzen und Tätigkeiten. Es wird ausdrücklich erwähnt, dass keine Abschlussprüfung abgelegt wurde. Bewertungen beschränken sich auf Leistungen während der bisherigen Ausbildungszeit. Der dokumentierte Tätigkeitsnachweis kann für spätere Tätigkeiten im direkten Arbeitsumfeld verwendet werden, bescheinigt aber keinen berufsqualifizierenden Abschluss.

Formulierung und Zeugniscode

Bei der Erstellung eines qualifizierten Nachweises werden häufig branchentypische Formulierungen und sogenannte Zeugniscodes verwendet. Dies betrifft Bewertungen zu Arbeitsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Sozialverhalten. Kurzfristig beendete Ausbildungsverhältnisse werden oft mit neutralen Formulierungen versehen, um die Chancen auf einen späteren Einstieg in die Arbeitswelt zu wahren. Detailierte Angaben vermeiden Wertungen bezüglich des Abbruchs selbst; vielmehr steht die erworbene Erfahrung im Vordergrund.

Anspruch auf Korrektur und Ergänzung

Der Student kann auf eine inhaltliche Korrektur des Zeugnisses bestehen, insbesondere wenn Tätigkeitsbereiche oder erworbene Kenntnisse unvollständig aufgeführt sind. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, objektiv und wahrheitsgemäß die ausgeübten Aufgaben aufzuführen. Auf Wunsch kann ein qualifizierteres Zeugnis mit umfangreicheren Stellungnahmen zu Leistungsbereitschaft und Fähigkeit ausgestellt werden, sofern dies nicht bereits erfolgt ist.

Praxisrelevanz und Verwendung

Das Ausbildungszeugnis ist relevant bei Bewerbungen für einen Neustart in der Berufsausbildung, Umschulungen oder Tätigkeiten als ungelernter Arbeitnehmer. Es kann bei Behörden, Weiterbildungsinstitutionen oder potenziellen Arbeitgebern als Nachweis dienen. Für Studenten, die einen beruflichen Umstieg oder einen Wechsel in eine andere Branche planen, verdeutlicht das Dokument die erworbenen Praxiserfahrungen. Auch kann das Dokument zur Erklärung von Lücken im Lebenslauf herangezogen werden.

Tipps zur Einforderung

Studenten sollten die Ausstellung eines Ausbildungsnachweises nach Abbruch schriftlich anfordern. Es empfiehlt sich, eine Empfangsbestätigung zu verlangen und einen präzisen Zeitraum für die Bearbeitung zu setzen. Kommt der Ausbildungsbetrieb der Verpflichtung nicht nach, kann der sofortige Gang zum Betriebsrat, zur Berufsschule, zur IHK oder Handwerkskammer hilfreich sein. Im Rahmen einer Bewerbung sind Ausbildungszeugnisse bei vorzeitigem Ausstieg professionell und offen zu kommunizieren, um Transparenz gegenüber neuen Arbeitgebern zu schaffen.

Ergänzende Nachweise

Zusätzlich zum Ausbildungszeugnis nach unterbrochener Lehre können weitere Bescheinigungen sinnvoll sein, etwa Beurteilungen der Berufsschule, Praktikumsnachweise oder Zertifikate aus überbetrieblichen Lehrphasen. Diese ergänzenden Unterlagen erhöhen die Wertigkeit der Bewerbungsmappe und belegen das vorhandene Fachwissen unabhängig vom nicht abgeschlossenen Zeugnis.

Häufige Probleme und Lösungen

In der Praxis sind Auseinandersetzungen über inhaltliche Bewertungen, zu dürftige Angaben oder verspätete Ausstellung häufig. Klare, sachliche Kommunikation mit dem ehemaligen Arbeitgeber und die Nutzung der rechtlichen Beratungsangebote durch die Kammern vermeiden langfristige Hindernisse beim unmittelbaren Wechsel in eine neue Ausbildung oder Anstellung.

Anspruch

Bei Beendigung einer dualen Berufsausbildung durch Abbruch besteht in Deutschland ein rechtlicher Anspruch auf ein schriftliches Ausbildungszeugnis, das auch bei nicht bestandener Abschlussprüfung oder vorzeitigem Ende ausgestellt werden muss.

Inhalt

Nach dem vorzeitigen Ende einer Berufsausbildung erhalten Studenten in Deutschland nach Ausbildungsabbruch ein Zeugnis, das absolvierte Ausbildungsinhalte, Dauer, erworbene Kenntnisse und gegebenenfalls Leistungen sowie den Beendigungsgrund sachlich dokumentiert.

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